Archiv der Kategorie: Menschen & Medien

cemetery of forgotten photographs – part I


Die Realität der digitalen Gegenwart ist eine Realität der Reproduktion des Moments. Alles Schöne und Interessante versuche ich durch meine Kamera aufzusaugen und an Ort und Stelle für die ganze digitale Welt wiederzugeben. Für Andere, für mich selbst. Dieser Blog ist wohl nur eines der vielen schönen Beispiel dafür.

Manches Bild rutscht aber durch diese Realität der Reproduktion hindurch. Gespeichert auf einer Festplatte oder Speicherkarte harrt es aus um entweder dem Tod durch löschen oder der digitalen Ewigkeit auf dem Speichermedium geweiht zu sein – Der Friedhof der vergessenen Fotografien.

Doch ist es nicht zu schade sich einfach nur der digitalen Realität hinzugeben? Hat man nicht auch diese Fotos aus einem Grund gemacht? Genau deshalb zeige ich hier und heute einen Teil meines privaten Foto-Friedhofs. Ganz öffentlich und ohne Kommentar.

männerträume teil 2 – BEEF!!!!

Heute im Büro gefunden: Die Zeitung für Männer mit Geschmack…
Herrlich!

Der Traum eines jeden Mannes…

…ist anscheinend in einem getuneten Barbie-Auto durch die Gegend zu cruisen. Am Liebsten auch noch volltrunken.
Glaubt ihr nicht? Dann zieht euch das mal rein:

Man loses licence after drink-driving in toy Barbie-car

transMEDIAle – data.tron, Sr. Goodbar & die Zukunft

A Parallel Image

schön & tiefsinnnig: A Parallel Image © 2008 by Gebhard Sengmüller

Medien, Technologie, Kultur – drei Begriffe die heute immer mehr ineinander verfließen und deren Trennung mittlerweile undenkbar scheint. Wir nutzen Medien im Alltag, füllen sie mit Bedeutung und lassen sie so zum festen Bestandteil unseres Lebens werden. Aber nicht nur wir geben ihnen eine Bedeutung. Auch sie lassen unsere Aktionen immer im neuen Sinn erstrahlen.

Die diesjährigen transmediale beleuchtet dieses Verhältnis
unter dem Mantel des Mottos FUTURITY NOW! Eine Woche lang würde diskutiert, prämiert, aus- und vorgestellt. Natürlich durfte ich das nicht verpassen, musste es dann größtenteils doch, da ich krank das Bett hüten musste. Dennoch habe ich es mir nicht nehmen lassen, dann heute zumindest die Medienkunstaustellung FUTURA OBSCURA sowie die Austellung der Gewinner des transmediale Awards anzusehen. Das oben beschriebene, reflexive Verhalten in einer Medienkultur steht im Zentrum der modernen Medienkunst. Sie will uns aus unserem alltäglichen, meist unbedachten Umgang mit den Medien wachrütteln uns darüber nachdenken lassen. Auch die Kunstwerke auf der transmediale haben dieses Ziel im Sinn. Und wenn auch alles auf seine Art und Weise toll war, hier nun der Fokus auf die Werke data.tron von Ryoji Ikeda und Buscando al Sr. Goodbar von Michelle Teran, die mir besonders in Ohr und Auge stachen.

Data.tron
Die Installation data.tron des Japaners Ryoji Ikeda in der 3SXGA+ version projeziert auf fast unheimliche Art und Weise die Daten mathematischer Algorithmen auf einen überdimensionalen Bildschirm und kreiert dabei Bilder und Muster. Untermalt wird das Schauspiel von einer Symphonie aus Tönen, die maschinell, aber passend zu dem gezeigten sind. Jeder Pixel davon wird genauestens durch das mathematische Prinzip data.tron [3 SXGA+ version] berechnet. Die Daten die dabei entstehen dienen Wissenschaftlern normalerweise um die Zukunft in Modellen zu beschreiben. Hier bilden sie optische Muster, die befremdend und zugleich schön sind. Der Betrachter versucht etwas daraus zu erkennen, zu deuten, muss sich aber letztendlich mit der Ästhetik des Datenmeers zufrieden geben.

Buscando al Sr. Goodbar
Das gleichnamige Werk der in Berlin lebenden Kanadierin Michelle Teran hat nicht zu unrecht den diesjährigen transmediale Award gewonnen. In einer Mischung aus Performance, Netzkunst und einem narrativen Prozess, zeigt sie die kulturelle Praxis der User von Youtube und die daraus entstehenden Videos und gibt ihnen und den Hintergründen einen Platz in einer Realität außerhalb der Clips. Teran zeigt die Position an der die Videos gedreht wurden auf einer Karte der spanischen Stadt Murcia und sucht zudem noch die User auf und lässt sich die Geschichte zu ihrem Video erzählen. Eine Grandiose Art die oftmals banal erscheinenden Videos in ihrem Kontext zu bringen und ihre gesellschaftliche Bedeutung zu verdeutlichen.

Neugierig geworden? Hier nochmal beide Kunstwerke zum Nachlesen
data.tron
Buscando al Sr. Goodbar

Die Schönheit der Abwesenheit und das Dreamteam Thomas Demand – Botho Strauß

Thomas Demand - Studio

Thomas Demand - Studio

Den inneren Hund names Schwein an Tagen an denen Schneesturm Daisy durch die Gassen fegt und sich jeder Schritt wie ein Kampf gegen Treibsand zu überwinden ist immer schwer. Egal wie fest man sich den Ausflug in den Kopf gesetzt hat. Umso besser, wenn es sich als gut herausstellt, dass man sich mal wieder selbst überwunden hat.

So ging es mir heute mit einem Besuch in der Nationalgalerie und der dort nur noch bis 17. Januar ausgestellten Fotokunst von Thomas Demand. Manchmal bin ich ja schon sehr banausig, und so hatte ich von dem guten Mann bis vor kurzem noch nichts gehört. Die Empfehlung einer Freundin und das Nachlesen im Netz befahlen mir dann aber doch mir die Sache mal anzusehen.

Schon die ersten paar Fotografien verwarfen jeglichen Zweifel, den ich vorher über meine Anreise gehabt hatte. Demands riesige Fotos wirken im ersten Moment wie einfache Bilder des Alltags, einfach nur schön geknipst und ausgeleuchtet. Doch hier hilft es den Hintergrund zu kennen und über das Oberflächliche hinweg zu sehen. Demand stellt alles was man sieht aus Pappe und Papier da. Das Metall der Stühle, milchiges Glas, gelbe Regenjacken – alles ist beim genaueren Hinsehen nur eine clevere Kopie der Realität. Die Perspektive macht den Unterschied, denn wer die Bilder nur aus der Ferne betrachtet, würde den Unterschied eventuell gar nicht bemerken. Ich gebe zu, bei den ersten zwei Fotos auch nicht so genau darauf geachtet zu haben. Auch die Texte von Botho Strauß, die jedes der Bilder in einen geschichtlichen, philosophischen und/oder politischen Kontext setzen, wirkten zuerst eher befremdend als erläuternd. Spätestens ab dem Werk “Studio” hatte es mich dann aber erwischt.Die Texte und Bilder verschmolzen in meinem Gehirn zu einer ästhetischen, intellektuellen Masse. Das Zusammenspiel beider war verwirrend, bestätigend und zugleich erheiternd. In ihrer Symbiose regten beide unglaublich zum Denken an, so dass mein Kopf bald anfing zu rauschen und wißbegierig ein Werk nach dem anderen zu sehen, lesen, ja, zu studieren.

Thomas Demand - Terrasse

Thomas Demand - Terrasse

Die Abwesenheit der Menschen wurde mir bewusst und wie befremdend es doch ist, in solch real wirkenden Fotografien keine Situationen sondern Kopien dieser zu erkennen. Beängstigend, wie die Bilder die Anwesenheit des Menschen suggerieren, in dem sie Gegenstände wie halbvolle Gläser und zerknüllte Servietten  oder einfach Dingen, die man einfach aus dem Alltag kennt, wie Bushaltstellen oder Sprungtürme zeigen und doch nichts menschliches zu erkennen ist.

Die Texte Strauß’ betonen diese Abwesenheit, schneiden Problematiken und Thematiken an, die die Hilflosigkeit und gleichzeitige Naivität der menschlichen Existenz hervorheben. Unsere Ignoranz und Arroganz wird uns vor Augen gehalten. Oft so, dass man schon wieder Lächeln muss. So hinterfragt Botho Strauß (doch zu Demands Werk namens “Badezimmer”) die menschliche Meinung über ein ständig bewusst erlebtes  Bewusstsein zu verfügen und doch nicht zu wissen, dass – wäre man sich dauerhaft seiner selbst bewusst – dies doch eher ein Fluch sei als ein Segen, würde man doch über jeden seiner Atemzüge nachdenken.

Die Symbiose aus Demand und Strauß macht die Ausstellung perfekt und sollte auch dringend als solche genossen werden. Nur mal schnell durchlaufen zählt nicht und versaut bloß den meditativen Charakter. Ich empfehle also dringend, den Schweinehund zu Hause zu lassen, und sich möglichst alleine und mit klarem Kopf die Zeit nehmen und vor dem 17. Januar noch einmal dorthin zu gehen.

Thomas Demand in der Nationalgalerie

Goodbye, Tschon Fruschtsianti!

Gerade höre ich im Radio das John Frusciante die Red Hot Chili Peppers verlassen hat.
Drogen? Persönliche Probleme? Mal wieder was Neues machen? Who knows? Oder vielleicht auch: Who cares?

Das letzte Album ließ ja eher zu wünschen übrig…leider!

Für mich also einfach nur ein Grund mal wieder alte Schinken heraus zu kramen und den guten kommerziellen Crossover zu feiern. Enjoy!